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Das Team der Kulturen

Unser Fußballteam – die Sportfreunde Waldniel – standen im vergangenen Jahr desöfteren im Interesse unserer lokalen Öffentlichkeit und haben auch die überregionalen Medien auf den Plan gerufen.
Klar fühlten sich Trainer und Team geschmeichelt, als sich sogar ein Kamerateam ansagte, das „die Mannschaft“ *gg über mehrere Tage lang intensiv begleiten wollte. Ein Kamerateam von der Axel Springer Akademie …
Herausgekommen ist ein Video, verwendet auf einem Portal mit dem Titel: www.schaffenwirdas.de.
Das Portal sammelt nach eigener Aussage „Antworten, die unser Land verändern“und zeigt viele Beispiele aus dem Alltag der Flüchtlingshelfer. Auch über unser Fußballprojekt entstand ein Video: DasTeam der Kulturen. Zu diesem Filmbeitrag sagt Trainer Meiry Hakimi:
„Die Drehs waren über zwei Tage. Jedes mal über Stunden. Ich habe viel erzählt. Aber in den Videos wurden leider zu oft Schlägereien erwähnt. Es sind zwar meine Worte, aber zurechtgeschnitten. Es hört sich so an, als hätten wir es nur mit sich schlagenden Flüchtlingen zu tun. Dies ist aber weder richtig, noch war es meine Intention.“

By the way – die URL der Website ist – auch ohne Fragezeichen – eine Frage. Man hätte auch leicht eine Aussage daraus machen können: www.soschaffenwirdas.de.

Frohe Weihnachten

Nach Hause kommen, das ist es, was das Kind von Bethlehem allen schenken will, die weinen, wachen und wandern auf dieser Erde. (Friedrich von Bodelschwingh)

Liebe Unterstützer, Spender und Freunde des Asylkreises,

wir bedanken uns herzlich für Ihre Mühe, Ihre Zuneigung und Ihren Beitrag, den Sie für die Flüchtlinge in unserer Heimatgemeinde im vergangenen Jahr geleistet haben.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein gesegnetes Weihnachtsfest. Bleiben Sie gesund, genießen Sie die Ruhe, den Frieden und die Besinnlichkeit der Festtage und kommen Sie gut in ein spannendes und erfüllendes Jahr 2016.

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Kleiner Tipp für alle, die vielleicht einem Menschen frohe Weihnachten wünschen möchten, aber seine Sprache nicht sprechen: Hier finden Sie den Weihnachtsgruß in 80 Sprachen.

Über den Tellerrand: Plätzchenbacken mit drei Nationen

Ein Gastbeitrag von Magdalena Reiss.

Inspiriert von dem bundesweiten Kochprojekt „Über den Tellerrand“ am 06. Dezember ( #maketheworldabetterplate ) fanden wir es als Familie eine sehr schöne Idee, uns an diesem Tag auch zu beteiligen.  Wir organisierten ein Plätzchen-Back-Projekt im kleineren, privaten Rahmen und terminierten es auch auf den 6.12.

Unsere Gäste waren eine Familie aus dem Iran mit einer 15-jährigen Tochter und eine Familie aus Albanien mit 2 Schulkindern und einem Baby. Wir selbst sind eine Familie mit zwei nahezu erwachsenen Kindern.   IMG_2270

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Nach anfänglichem noch zaghaftem Kennenlernen – vor allem die kleineren beiden Kinder brauchten eine Weile – verwandelte sich unsere Küche in eine Weihnachtsbäckerei. Da wurde geknetet, gerollt und ausgestochen bis die ersten Backbleche mit sehenswerten Weihnachtsplätzchen gefüllt und im Ofen waren.

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Nach dem Backen folgte das fantasievolle Dekorieren. Die beiden Jungen Bruno und Brajan entschieden sich nach einer Weile oder anders ausgedrückt – nach zwei Blechen Kekse, ihre Fingerfertigkeit jetzt besser beim Bauen mit Legosteinen einzusetzen.

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Faryal, die Tochter der iranischen Familie erwies sich als begnadete Konditorin und hatte sehr viel Spaß daran, das Gebäck zu verschönern.

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Während die Frauen die Back-und Dekorzutaten begutachteten und noch warmes Gebäck probierten, nahmen die Männer eine Kostprobe von den zahlreichen Kuchen. Das Baby Antastasia wurde von Arm zu Arm gereicht und fand das rege Treiben in der Küche sehr aufregend.

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Unser Nachmittag wurde durch ein kleines Klavierkonzert meiner Tochter Michelle abgerundet und wir waren uns einig, das Beisammensein hat uns allen gut getan, obwohl bei der Kommunikation noch viel improvisiert werden musste.

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Das alte Familienrezept für die Plätzchen versuchten wir, in persischer Variante zu Papier zu bringen, da Leila es unbedingt in Kürze ausprobieren möchte.

Unser Fazit ist: Nicht nur das Interesse an den vielfältigen Kochgeheimnissen der beteiligten Familien wurde an dem Nachmittag geweckt, sondern auch das Interesse an den uns fremden Kulturen.

Liebe Magdalena, was für eine schöne Idee und was für ein schönes Über den Tellerrand Projekt. Vielen Dank dafür und vielen Dank auch für deinen schönen Bericht.

 

Imker und Turnerinnen unterstützen Flüchtlinge in Schwalmtal

In der Zielsetzung waren sich Turner und Imker einig. Dieses Jahr wollten sie in der Vorweihnachtszeit ein soziales Projekt unterstützen. Helga Dörenkamp Mitglied im Turnverein und ihr Mann Leo, die zusammen auch die Seele des Imkervereins Viersen sind, haben daher mit den Bienenfreunden zusammen Plätzchen gebacken und auf dem Viersener Martinsmarkt zu Gunsten des Asylkreises Schwalmtal verkauft. Was noch übrig blieb, wurde bei der Weihnachtsfeier der „Mittwochsgruppe“ des Turnvereins Helenabrunn 1894 an die Frau gebracht. Ein Spendentopf ergänzte den Erlös, sodass dem Asylkreis Schwalmtal die stolze Summe von 300 € übergeben werden konnte.

Helga Dörenkamp, Karl-Heinz-Krause, Thomas Nieberding vom Asylkreis und Leo Dörenkamp (v.l.n.r.)
Helga Dörenkamp, Karl-Heinz-Krause, Thomas Nieberding vom Asylkreis
und Leo Dörenkamp (v.l.n.r.)

Mit Spenden wie diesen finanzieren wir den ehrenamtlichen Unterricht, Sportangebote, und Aktionen mit Flüchtlingskindern. Herzlichen Dank für die Initiative und die großzügige Spende!

Über den Tellerrand: 6.12. – Syrisches Dinner bei Königs Küchen

logotellerrandblogAm 6. Dezember wurde bundesweit über den Tellerrand gekocht und das Kochprojekt des Asylkreises Schwalmtal war dabei.  Es war wirklich eine großartige Veranstaltung. Eine Veranstaltung, die uns vom Kochteam schon Wochen und Tage vorher organisatorisch gefordert hat. Ein für uns ganz besonderes Kochevent, denn Küchen Königs Firmenschilderstmals haben wir den privaten Rahmen verlassen und öffentlich gekocht. Möglich gemacht wurde das in allererster Linie von Königs Küchen in Niederkrüchten-Dam, denn die Firma Königs stellte uns Ihr Küchenstudio für unser Kochevent kostenlos zur Verfügung. Für Dorothee und Theo Königs schien es irgendwie selbstverständlich zu sein, 35 mehr oder weniger unbekannte Menschen in ihre Geschäftsräume einzuladen und dort kochen, essen und musizieren  zu lassen. Wir möchten uns dafür von Herzen bedanken!

Foerderlogo BMIBedanken möchten wir uns auch beim Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF, die das große Satellitenprojekt von Über den Tellerrand e.V.  und damit auch unser Kochevent am 6.12. gefördert und finanziell unterstützt haben. Das war schon toll, dass am 6.12. an so vielen Standorten in Deutschland über den Tellerrand gekocht, gekickt, getanzt wurde. Deutschland braucht viel mehr integrative Events dieser Art. Und so hoffen wir, dass diese Aktion vielen weiteren Menschen Lust auf solche oder ähnliche Events gemacht hat.

Vorbereitungen

Schon der Einkauf allein war ein Erlebnis. Saeed, Mohammad, Alaa, Ammar,  Biggi und Sophia fuhren mit zwei Autos in die große Stadt in den großen türkischen Supermarkt. Und in den kleinen Orient-Supermarkt. Und in den Asialaden. Reis ist nämlich nicht gleich Reis und Datteln aus der Türkei sind längst nicht so gut wie die arabischen. Wir kauften im Grunde fast alles ein, was wir fürs Event brauchten. Das Band war voll, der Kombi auch.

Kassieren

Kombi voll beladen

Am beeindruckendsten waren wieder einmal diese Petersilienberge. Ihr macht euch ja keine Vorstellung, wieviel Petersilie man braucht, wenn man für ca. 35 Personen Tabouleh machen möchte.

Wir hatten mit Mohammad Al Mahamid ja eine Profikoch am Start – er hat in Syrien in seiner Heimatstadt Dar’à ein eigenes Restaurant gehabt. So haben wir uns ganz auf seine Berechnungen dessen, was er alles so braucht, verlassen und konnten ganz entspannt nur für den Transport zuständig sein.

Wir vom ÜberdenTellerrand-Team und der Koch mit seiner Assistentencrew – bestehend aus seiner Tochter Alaa und unserem Teammitglied Saeed trafen uns am Sonntag bereits um 13.30 Uhr und begannen mit den Vorbereitungen.

Tische aufbauen, Schneidebretter und Messer verteilen, die gemieteten Stühle verteilen, Petersiliensträuße sortieren, Schenkelhähnchen (kleiner Schwalmtaler running gag) marinieren – wir hatten alle Hände voll zu tun.

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Die Ruhe vor dem Sturm

15 Uhr. Es geht los.

Wir sind in Deutschland. Die Deutschen sind pünktlich. Und so füllte es sich ab Punkt 15 Uhr zügig mit den angemeldeten Gästen. Es kamen sogar noch mehr – unangemeldete, die gehofft hatten, doch noch ein Plätzchen zu bekommen. Aber leider mussten wir sie wegschicken und aufs nächste Mal vertrösten. Und dann gings auch schon los. Bei solchen Mengen Tabouleh und Fatusch muss einiges geschnippelt werden.

Die ersten drei Minuten waren verstrichen, er hatte gerade einmal das Messer angesetzt – und schon stand Yaman da und blutete ganz fürchterlich. Die neuen Messer sind richtig scharf. Das wussten wir  – eine  Daumenkuppe weniger – jetzt auch. Ja, Yaman hatte sich richtig böse geschnitten, sein Daumen wird nicht wieder so aussehen, wie vor dem 6.12.2015. Was waren wir froh, dass unser Kochteam-Mitglied Anne Ärztin ist. Und dass ein Gast gleich seinen Verbandskasten aus dem Auto holte. So konnte Yamans Daumen fachmännisch versorgt werden. Nach einer Weile kehrte auch die Farbe in sein Gesicht zurück. Und auf unserem Zettel fürs nächste Kochevent steht ganz fett: Verbandskasten!

Anne und Yaman

Außer ein paar kleineren, wesentlich weniger dramatischen Blessuren und Schnitten passierten keine weiteren Unfälle und der Nachmittag nahm seinen Lauf.

Es war ein unglaubliches Gewusel, alle kochten, schnippelten, formten Teigbällchen oder rollten Fleischwürstchen. Überall standen gemischte Grüppchen herum, unterhielten sich angeregt, spielten miteinander Gitarre und Laute.  Ich dachte mehrmals schon lange bevor das Essen fertig war: was für ein toller Tag, was für eine großartige Truppe.

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Tisch decken.

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Neben den Nikoläusen auf dem Tisch gabs auch noch Santa Saeed und Santa Anne. 😉

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Der Chefkoch und sein Assistent

Und dann war es soweit. Nach vier Stunden schnippeln und kochen war das Essen fertig.

Guten Appetit. شهية جيدة

Tabouleh – Petersilienbulgursalat.

Tabouleh

Salat mit in Öl frittierten Brotstücken. => Fatusch.

Als Fatusch noch Salat war.    Fatusch

Indian Kabab, Lammgehacktes auf einem Tomatenzwiebelbett mit Pininenkernen.

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Kebseh. Schenkelhähnchen (*gg) auf Reis mit Nüssen und Rosinen.

Kebseh

Und zum Dessert gabs maemul madd bialttamarr. 🙂 Arabische Datteln in Teig gebacken mit Pistazien.  IMG_3678

Endlich essen.

Begeisterte Kocheventler fotografieren einen erleichterten und nun glücklich lächelnden Koch.

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Die lange Tafel.

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Nach dem Essen – Ammar macht Musik.

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Ein Höhepunkt des Abends kam zum Schluss – eine Präsentation über das Heimatland und das Leben des Kochs Mohammad Al Mahamid. Sie war interessant und aufschlussreich, aber es lässt einen auch nachdenklich und mit Kloß im Hals zurück, wenn man sieht, wie schnell man ein ausgefülltes Leben als erfolgreicher Unternehmer ohne eigenes Verschulden ganz einfach verlieren kann. Man darf nie vergessen  – das kann jedem von uns passieren …  IMG_3599

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Danke an alle, die dabei waren, die mitgemacht haben, an unsere Gastgeber Dorothee und Theo Königs von Königs Küchen, ans ganze Team, Einkäufer, Übersetzer, Fahrer, einfach an jeden einzelnen der 33 Menschen, die am 6.12.2015 gemeinsam eine Mission hatten:

Let’s #maketheworldabetterplate

Unter dem hashtag findet ihr übrigens alle Twitterposts aller Satelliten in ganz Deutschland vom vergangenen Sonntag.

Und wer jetzt immer noch nicht genug hat – hier sind alle Bilder noch einmal unsortiert in einer Galerie.

Über den Tellerrand: Frauen kochen für Frauen

ÜdT-Logo+Wortmarke-CommunitySchwalmtal-farbigEin Gastbeitrag von Susanne Nieberding: Vor einigen Tagen fand unser erstes Kochen von Frauen für Frauen in Schwalmtal-Lüttelforst statt.

Vorausgegangen waren vertrauensbildende Treffen mit allen Beteiligten. Nachdem das Konzept klar war, wir kochen in Lüttelforst nur mit Frauen für Frauen fanden wir eine breite Zustimmung in den Familien.

Dann konnte es losgehen. Noureen aus Pakistan, Raziyeh aus Afghanisten, Iris, Yvonne und Susanne aus Deutschland kochen zusammen.

Wir treffen uns zuerst zum Tee, um alles zu besprechen. Nach etlichen Tassen Chai einigen wir uns auf eine Mischung aus beiden Ländern.

Für uns klingt es spannend, wir verständigen uns auf Deutsch und Englisch, untereinander gibt es in den Sprachen verwandte Worte, so dass da auch noch eine Mischung aus Urdu und Dari gesprochen wurde. Ein wahres „Kauderwelsch“, aber sehr fruchtbar.

Iris und Yvonne holen Noureen und Raziyeh zum Einkaufen ab, die nötigen Zutaten sind sehr schnell eingekauft. Am nächsten Tag geht es los.

Ich hole die Frauen zu Hause ab, mit dem Versprechen sie auch sicher wieder zurück zu bringen.

In der großen Küche von Yvonne nimmt der Abend seinen Anfang.

Wir sind sehr erstaunt wie aus einfachen Zutaten köstliche Gerichte entstehen.

Aus Mehl Wasser und Salz wird ein sehr dünner Teig ausgerollt, dieser wird zu wunderbaren mit Kräutern gefüllten kleinen „Tortellini“ geformt, und gefüllt, in Wasser gekocht, dazu gibt es Bohnen und eine frische Joghurtsoße mit Minze.

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Der restliche Teig wird zu sehr flachen Pizzen ausgerollt mit Kräutern gefüllt und in der Pfanne gebacken.

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Aus Pakistan gibt es aus Rücksicht auf uns ein nicht zu scharfes Essen, Hühnchen mit Reis und einer Soße aus Peperoni und Knoblauch, diese hat mir beim Mixen schon den Atem genommen, aber es war eben eine sehr milde Zubereitung.

Dazu gab es auch selbst zubereitetes Naambrot.

Sehr lecker.