Das Gartenbauprojekt

MinzeGärtnern als sinnvolle Freizeitbeschäftigung, neue Lebenserfahrung oder Ruhepol nach traumatischen Erfahrungen? Mit vollem Eifer waren die begeisterten Gartenfans aus Ägypten, Marokko, Eritrea und Syrien dabei, die verwilderte Brombeer- und Brennnesselwüste hinter ihrer Asylbewerberunterkunft urbar zu machen. Es entstand ein großer Garten mit Salat, Tomaten, Mais, Kohl, Dicke Bohnen und – wichtig! – mehrere Quadratmeter arabische Tee Minze. Alles mit afrikanischem Bewässerungssystem: Gräben rechts und links der Pflanzen werden 1 x pro Woche mit Wasser geflutet.

Nebenbei lernten die Flüchtlinge immer mehr Gemüsewortschatz, aber auch andersherum: Unkraut heißt auf Arabisch „Haschiiisch“ (oder so ähnlich…). Auch Fachfragen wurden häufig diskutiert oder gleich eigene Erfahrungen gemacht, beispielsweise dass kleine Tomatenpflanzen, weit vor den Eisheiligen im Freien gepflanzt, in Deutschland einfach nicht wachsen, auch nicht unter einer improvisierten Folienabdeckung aus zusammengeklebten Mülltüten! Genauso wie im Freiland ausgesätes Basilikum bei unserem feuchten Klima schon krank wird, wenn es gerade keimt.
Deshalb konnten die Flüchtlinge auch im Gewächshaus aktiv werden, auf einer der Mietparzellen des Projekts „Mein Garten“. Der dickste und schönste Salat aller Beete gelang übrigens den Flüchtlings-Gärtnern!

Wir vom Asylkreis finden es wichtig, die Flüchtlinge auch beim Gartenprojekt weitgehend selbständig agieren zu lassen und stehen natürlich mit Tipps zur Seite.

Text: Heike Scholz-Döbelin

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