viele Fahrräder vor einer Garage

Große Fahrradverteilaktion des Asylkreises

Wenn geflüchtete Menschen neu zu uns in die Gemeinde kommen, werden Sie in aller Regel einer der Unterkünfte zugewiesen. Und leider liegen nur die wenigstens zentral im Ort. Unterkünfte sind z.B. in Dilkrath, in Lüttelforst oder in Waldniel am Ende der Dülkener Straße, also ganz am Rande des Ortes. Um den Menschen zu ein wenig Mobilität zu verhelfen, betreibt der Asylkreis Schwalmtal schon seit sehr vielen Jahren seine Fahrradwerkstatt. Besonders für diejenigen, die mehrere Kilometer vom Zentrum entfernt da leben, wo es auch kaum oder gar keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, ist ein Fahrrad ein Segen und kann ein Tor zu allem sein, was unsere Gemeinde zu bieten hat. 

Mehr Menschen als Fahrräder – lange Warteliste

Seit vielen Jahren spenden die Menschen in Schwalmtal ihre alten, nicht mehr gebrauchten Fahrräder, und engagierte Helfer und Helferinnen im Asylkreis machen sie wieder fit, um sie dann an die geflüchteten Frauen, Männer und Kinder zu verteilen.

Im Moment sind aber so viele Menschen gleichzeitig neu in Schwalmtal angekommen, dass der Fahrradwerkstatt so langsam die Räder ausgingen. Immer mehr Menschen meldeten Bedarf an, die Warteliste wurde länger und länger. Die vielen gespendeten Räder reichten bei weitem nicht mehr aus. In seiner Vollversammlung beschloss der Asylkreis deshalb, ein wenig Geld aus der Spendenkasse einzusetzen und die Anzahl der gespendeten Räder durch einige gekaufte gebrauchte Räder aufzustocken.

Hilfreiche Helfer

Bei der Suche nach günstigen gebrauchten Rädern hatten wir großes Glück. Denn die Fahrradwerkstatt Aleksey Striuchkov aus der Talstraße 185 in Heinsberg stellte uns zu äußerst günstigen Konditionen innerhalb von nur drei Wochen mehr als 20 gebrauchte, fahrbereite  Fahrräder zur Verfügung. Wir danken Herrn Striuchkov nicht nur für den mehr als günstigen Preis, zu dem er uns die Fahrräder überließ, sondern auch für mehr als 40 Stunden seiner Zeit, die er quasi ehrenamtlich für die Reparaturen der Räder investierte und uns spendete. 

„Wir danken aber auch allen Helfern und Helferinnen aus der Gemeinde, die das Fahrradprojekt des Asylkreises auf vielfältige Weise unterstützen‘„, sagt Thorsten Voehrs, der Leiter der Fahrradwerkstatt. Fahrradspenden, Fahrradreparatur, Abholung und Lieferung von Fahrrädern, Organisation und Kommunikation mit den Empfängern, Wartung und sogar erste Unterrichtsstunden im Fahrradfahren – all das leistet die kleine Fahrradgarage des Asylkreises Schwalmtal am Zoppenberg, und all das ist nur möglich durch die Unterstützung vieler.

Freie Auswahl

Am Samstag, den 12. November, war es mal wieder so weit: Viele von der langen Warteliste, die noch kein Fahrrad bekommen hatten, waren eingeladen, eines abzuholen. Alle, die kamen, konnten sich ein Fahrrad aussuchen. Menschen aus vielen verschiedenen Nationen profitierten davon, darunter die Ukraine, Nigeria und Guinea. 

Und die Arbeit geht weiter – denn die Nachfrage nach Fahrrädern nimmt nicht ab. Erfreulicherweise spenden auch die Menschen in Schwalmtal weiterhin immer wieder ihre gebrauchten Räder, diese müssen gewartet und repariert werden. So können wir hoffentlich mit dem Bedarf Schritt halten und verhindern, dass die Warteliste wieder so anwächst, dass es zu einem Stau kommt.

„Es ist ein schöner Augenblick, wenn man die Menschen dann glücklich mit ihrem Rad davonfahren sieht,“ strahlt Asylkreis-Mitglied Tera Florian, „es ist ein Privileg, den Menschen mit den Rädern ein wenig Freiheit und Mobilität zurückzugeben, die ihnen fehlt.“

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