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Über den Tellerrand kochen: Frauenabend

Wer über den Tellerrand kocht, ist häufig auch flexibel und spontan. Das bewies neulich einmal mehr unser Teammitglied Susanne. Jetzt hat sie uns einen kleinen Bericht für unser Blog geschickt.  Vielen Dank dafür! Über den Tellerrand gekocht und darüber berichtet wurde bei und von Susanne  Saalfeld:

Erst Mittwoch hatte sich herausgestellt, dass unsere Wohnung von Samstag auf Sonntag „männerfrei“ sein würde. Eine wunderbare Gelegenheit, mal wieder einen Frauenabend zu gestalten, diesmal sollte es ein Abend auch mit geflüchteten Frauen und Mädchen sein.

Zusammen mit Monika hatte ich Mittwochabend am Besuchsdienst teilgenommen, um bei dieser Gelegenheit geflüchtete Frauen zu fragen, ob sie und ihre Töchter an einem Frauenabend teilnehmen möchten.

Bewaffnet mit einem arabischen und türkischen Kochbuch, jeweils mit vielen Fotos ausgestattet, haben wir unsere Idee vorgestellt. Gern wollten wir vegetarisch kochen und haben u. a. mittels Wörterbuch und Zeichensprache eine umfangreiche Einkaufsliste erstellt. Viele Zutaten gab es in einem türkischen Supermarkt zu kaufen, insbesondere Sesampaste, große Büschel Petersilie, frischen Koriander und frische Minze.

Nachdem alle Gäste um ca. 15:30 Uhr eingetroffen waren, haben wir uns erst mal zusammen an unseren an diesem Tag 2 x ausgezogenen Wohnzimmertisch gesetzt und arabischen Kaffee getrunken. Auf Malerkrepp geschriebene Namensschilder haben es erleichtert, uns mit Namen anzusprechen.

Um den Tisch saßen Leila und ihre Tochter Farial aus dem Iran, Maryam und ihre Töchter Dayana und Manal aus Syrien, Firusa und ihre Tochter Fatima aus Aserbaidschan, meine Freundin Claudia sowie Monika mit ihrer Tochter Alexandra und ich.

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Dann ging es los mit dem Kochen, frisches Gemüse und Kräuter wurden mit viel Hingabe gewaschen, geschält, geschnippelt, gebraten und gebacken, es wurde gekocht, gerührt und geschmort.
Viele Schüsseln, Teller und Töpfe wurden aus den Schränken hervorgeholt, von denen ich teilweise kaum noch wusste, dass ich sie hatte.

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Zwischendurch ging uns das Öl aus, schnell wurde Nachschub besorgt und weiter wurde unter intessantestem Gewürzduft geröstet, gebraten und frittiert. Alle Köchinnen haben ohne Rezeptbuch gekocht, Gerichte wurden mit größter Leichtigkeit in eine vegetarische oder sogar vegane Version abgewandelt.
Zum Schluss wurden die Gerichte noch wunderbar geschmückt, drapiert und verziert, so dass es beim Essen fast zu schade war, die Kunstwerke zu zerstören.

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Nach dem Essen gab es schwarzen Tee und Sonnenblumenkerne zum Knabbern. Dabei haben wir haben uns unterhalten – teilweise mit Händen und Füßen -, bis es Manal zu langweilig wurde. Kurzerhand hat sie orientalische Musik über ihr Handy abgespielt und begann mit orientalischem Bauchtanz. Wirklich erstaunlich, wie gut ein zehnjähriges Mädchen das schon kann! Manal hat uns erklärt, dass Kinder in Syrien Bauchtanz schon in der Schule lernen.
Schnell war ein großes Tuch zum umbinden um ihre Hüften gefunden, welches für den Bauchtanz gebraucht wird.
Über das Internet haben wir weitere orientalische Musik gefunden und auch die anderen geflüchteten Frauen und Mädchen haben mitgetanzt. Auch wir deutsche Frauen haben uns nicht lange bitten lassen und – so gut wir konnten und unter viel Gekicher – mitgetanzt 🙂

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Es war ein wirklich netter, sehr interessanter, bereichernder und auch höchst vergnüglicher Abend für uns alle.

Über den Tellerrand: Frauen kochen für Frauen

ÜdT-Logo+Wortmarke-CommunitySchwalmtal-farbigEin Gastbeitrag von Susanne Nieberding: Vor einigen Tagen fand unser erstes Kochen von Frauen für Frauen in Schwalmtal-Lüttelforst statt.

Vorausgegangen waren vertrauensbildende Treffen mit allen Beteiligten. Nachdem das Konzept klar war, wir kochen in Lüttelforst nur mit Frauen für Frauen fanden wir eine breite Zustimmung in den Familien.

Dann konnte es losgehen. Noureen aus Pakistan, Raziyeh aus Afghanisten, Iris, Yvonne und Susanne aus Deutschland kochen zusammen.

Wir treffen uns zuerst zum Tee, um alles zu besprechen. Nach etlichen Tassen Chai einigen wir uns auf eine Mischung aus beiden Ländern.

Für uns klingt es spannend, wir verständigen uns auf Deutsch und Englisch, untereinander gibt es in den Sprachen verwandte Worte, so dass da auch noch eine Mischung aus Urdu und Dari gesprochen wurde. Ein wahres „Kauderwelsch“, aber sehr fruchtbar.

Iris und Yvonne holen Noureen und Raziyeh zum Einkaufen ab, die nötigen Zutaten sind sehr schnell eingekauft. Am nächsten Tag geht es los.

Ich hole die Frauen zu Hause ab, mit dem Versprechen sie auch sicher wieder zurück zu bringen.

In der großen Küche von Yvonne nimmt der Abend seinen Anfang.

Wir sind sehr erstaunt wie aus einfachen Zutaten köstliche Gerichte entstehen.

Aus Mehl Wasser und Salz wird ein sehr dünner Teig ausgerollt, dieser wird zu wunderbaren mit Kräutern gefüllten kleinen „Tortellini“ geformt, und gefüllt, in Wasser gekocht, dazu gibt es Bohnen und eine frische Joghurtsoße mit Minze.

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Der restliche Teig wird zu sehr flachen Pizzen ausgerollt mit Kräutern gefüllt und in der Pfanne gebacken.

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Aus Pakistan gibt es aus Rücksicht auf uns ein nicht zu scharfes Essen, Hühnchen mit Reis und einer Soße aus Peperoni und Knoblauch, diese hat mir beim Mixen schon den Atem genommen, aber es war eben eine sehr milde Zubereitung.

Dazu gab es auch selbst zubereitetes Naambrot.

Sehr lecker.