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Klein aber fein über den Tellerrand gekocht

Im November gab es ein kleines ÜberdenTellerrand-Kochen bei einer Waldnieler Bürgerin. Klein nur im Sinne der Personenzahl. In Wahrheit ist es ganz groß, wenn eine Frau allein sich entscheidet: Ich will jetzt Über den Tellerrand kochen, ich möchte neue Menschen kennenlernen. Daniela hat uns dankenswerterweise auch einen kleinen Bericht geschickt.

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Am 13.11.16 wurde in meiner Küche über den Tellerrand gekocht und zwar bis nach Syrien. Mit Zachary hatten wir einen in diesem Thema erfahrenen Koch, den auch die Vorgabe, ein vegetarisches Menü zusammen zu stellen, nicht aus der Ruhe brachte.

Eine Woche vorher durfte ich mich bereits von seinem Können in der Küche überzeugen, als wir uns bei allerlei syrischen Köstlichkeiten zum ersten Kennenlernen trafen. Bei dem Treffen lernte ich auch gleich Abdullah, den „Kochassistenten“ kennen.

Am Tag des großen Kochens vervollständigte meine Freundin Nicola das Kochquartett und wir schälten, schnibbelten, hackten, kochten, frittierten, rührten und amüsierten uns prächtig. Die Kapazitäten meiner Ein-Personen-Küche wurden sowohl platztechnisch als auch ausstattungstechnisch voll ausgeschöpft.

Die angerichtete Tafel war rein optisch schon ein Genuss und geschmacklich einfach nur lecker. Neben zwei Cremes auf Auberginenbasis [Moutabel], gab es frittierte Auberginen, selbstgemachte Brotchips [Fatoush], frischen Salat, frittierten Blumenkohl mit einer sensationellen Yoghurt-Sesamcreme – mein absoluter Favorit!!! – und ein äußerst köstliches, warmes Bohnen-Tomaten-Gericht.

Alles in allem war es ein schöner, witziger, interessanter, leckerer und auch berührender Abend.

Danke an alle Beteiligten!

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Leider gibt es keine Bilder. Daniela schrieb in ihrer Mail: „Leider haben wir keine Fotos.  [ … ] denn wir waren einfach zu beschäftigt mit Kochen und Reden, als dass wir viele Fotos hätten machen können.“

Wir vom ÜberdenTellerand-Team finden: Genau so muss es sein. Da verzichten wir doch sehr sehr gerne auf Fotos. Vielen Dank liebe Daniela für den Bericht!
 

 

 

Über den Tellerrand kochen: Syrischer Abend bei Kathrin und Julian

Am 21.08.2016 wurde wieder einmal über den Tellerrand gekocht – dieses Mal in Amern bei Kathrin und Julian. Chefkoch war einmal mehr Zacharias Mustafa aus Damaskus, der sich – wie die Fotos zeigen – wieder einmal selbst übertroffen hat.

Die Organisation dieses Kochevents war übrigens großartig. Ich hab die beiden Gastgeber und den Koch in einer Whatsapp-Gruppe zusammengebracht und von dem Moment an haben sie alles selbst organisiert.  Das hatte so etwas wunderbar Selbstverständliches. So wünschen wir uns das von Über den Tellerrand. Toll!

Gastgeberin Kathrin hat uns dankenswerterweise einen kleinen Bericht und einige Fotos geschickt, die wir hier veröffentlichen dürfen.

Getreu dem Motto „Platz ist in der kleinsten Hütte“ haben wir am Sonntag erfolgreich bewiesen, dass eine 8-m²-Küche kein Hindernis ist, um mit sieben Personen über den Tellerrand zu kochen.

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Eine Woche zuvor haben wir bereits Besuch bekommen. Chefkoch Zacharias aus Damaskus, der aktuell in Waldniel wohnt, kam uns besuchen, um erste Kontakte zu knüpfen und kurz zu besprechen was gekocht wird.

Wir verabredeten uns, um einen Tag vor dem Kochevent gemeinsam shoppen zu gehen. Die Einkaufsliste war ganz schön lang, aber Zacharias kennt sich in seiner neuen Heimat bereits super aus und wusste genau, was wir zum Kochen brauchten. Nach zwei Stunden hatten wir alle Zutaten für ein syrisches Festmahl beisammen.
Zur Verstärkung brachte Zacharias seinen Bruder Nashat, der gerade in Goch lebt und seinen früheren Nachbarn Fadi aus Damaskus, der zurzeit in Bochum wohnt, mit. Gerade bei uns die Tür reingekommen, wussten sie sofort, was zu tun war und ohne lange Reden wurde gleich losgelegt.

Voller Tatendrang haben wir gemeinsam mit unseren syrischen Spitzenköchen und unseren deutschen Freunden Kirsten und Ralf aus einer Küche ein kleines Schlachtfeld gezaubert. Gekocht wurde traditionelles, syrisches Essen. Es gab Fatteh (Huhn, Joghurt, Brot, Cashewkerne und jeeede Menge Knoblauch), Indian Kebab (Hackbällchen vom Lamm und Rind in einer Tomatensoße), frittierte Lammrippen und Tabouleh, ein Salat aus Petersilie, Tomaten, Bulgur und Pinienkernen.

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Jeder konnte ein bisschen was zum Kochen beitragen und es fiel leicht, währenddessen in einem wilden Mix aus Deutsch und Englisch ins Gespräch zu kommen. Verstehen können die Drei nämlich nahezu alles auf Deutsch und auch das Sprechen und Schreiben gelingt ihnen beachtlich gut – Hut ab, denn keiner von ihnen hatte bis jetzt die Möglichkeit einen Sprachkurs zu besuchen.

Aber nicht nur Fremdsprachen scheinen ihre Stärke zu sein, auch kochen können sie alle unglaublich gut. Beim Essen waren wir uns direkt einig, dass die syrische Kochkunst superlecker ist. Kein Wunder also, dass von den überdimensionierten Portionen kaum ein Happen übrig blieb.

Im Anschluss gab es klassische, deutsche Herrencreme, die beim Verfolgen der YouTube-Videos über das moderne Damaskus verzehrt wurde – ein gelungener Abschluss für einen tollen Tag.

Über den Tellerrand: Syrian cooking

Unser quartalsmäßiges ÜberdenTellerrandkochen hatten wir bereits vor vielen Wochen auf den 11. Juni terminiert, und dabei gar nicht an den Ramadan gedacht. Aber Gott sei Dank – Alhamdullah  – es gibt bei uns in Waldniel auch Geflüchtete, die keinen Ramadan halten oder die keine Moslems sind. So waren wir dann trotz Ramadan eine große Gruppe von 35 Personen.

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Einer von Ihnen ist Elias Bairam, professioneller Spitzenkoch aus Damaskus, der bereits eine beeindruckende Karriere als Chefkoch gemacht hatte, bevor ihn der Krieg in Syrien zur Flucht nach Europa zwang. Wir vom ÜberdenTellerrand-Team waren und sind sehr froh, dass er nun unser Projektteam mit seiner Kompetenz  bereichert. Und ein richtig netter Mensch ist er obendrein. 🙂

Chef Elias Bairam
Chef Elias Bairam (Chef = arab. Koch)

Die Kochjacke: „I missed it so much.“

Wir waren der Meinung, dass er für sein erstes öffentliches ÜberdenTellerrandkochen eine richtige Kochjacke benötigt und haben eine für ihn im Fachhandel erstanden. Bei den Knöpfen gab es eine reichhaltige Auswahl, er hat sich für diese entschieden.

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Dass wir es an diesem Tag mit einem Profi zu tun hatten, merkte man vom ersten Augenblick an. Elias hatte alles perfekt vorbereitet.  Alle Zutaten waren ordentlich zusammengestellt, sämtliche Gewürze standen bereit und am langen Tisch waren die Arbeitsplätze für die einzelnen Gruppen vorbereitet. Elias hatte alle 35 Anwesenden eingeteilt in Appetizer 1 und 2, Salat, Main Menu und Dessert.

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An dieser Stelle mal ein Einblick in die Vorbereitung eines syrischen Spitzenkochs. Elias hatte sich alles aufgeschrieben und einen detaillierten Plan gemacht. 🙂

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Nachdem sich die Gruppen gefunden hatten, ging Elias von Gruppe zu Gruppe und wies sie ein. Geduldig erklärte er, was jede Gruppe zu tun hatte.

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Nachdem er alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsprechend gebrieft hatte und ihnen genau erklärt hatte, was sie zu tun hatten, ging es los. Sofort machten sich alle ans Werk und schnippelten, als ginge es um ihr Leben. 😉

 

 

KuechenKoenigsGut vorbereitet war im Übrigen nicht nur der Koch, sondern auch wie immer unser Gastgeber Königs Küchen, die uns wieder in ihrem großartigen Küchenstudio kochen ließen. Wir vom Orgateam der ÜberdenTellerrand-Community Schwalmtal sind sehr dankbar für die großartige Unterstützung, die wir von Dorothee und Theo Königs erhalten.

So kann man auch mit kleinen Sachen …

lange Tafeln schöner machen. 🙂 Die Tischdeko so natürlich wie schlicht und genau deshalb einfach schön.

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ÜdTk-Community-Zuwachs

Besonders glücklich waren wir an diesem Tag, dass zum ersten Mal auch Saeeds Frau Hanaa bei einem unserer Kochevents die Schürze anzog, oder besser gesagt, anziehen konnte. Denn sie und ihr Sohn Simo waren erst eine Woche vorher aus Syrien gekommen und im Rahmen des Familiennachzugs zu ihrem Mann und Vater nachgereist. Dass sie nun auch bei uns sind, ist ein kleines Wunder. Wir sind alle sehr froh und dankbar.

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Saeeds Sohn Simo fand den Arbeitsplatz der Chefin wesentlich interessanter als unsere Kocherei. Und Dorothee Königs nutzte gleich die Gelegenheit, um ihm zu zeigen, dass man am PC nicht nur spielen, sondern auch Deutsch lernen kann.

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Und noch mehr special guests

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Ja, ihr seht richtig – an diesem Tag war das Fernsehen bei uns zu Gast. Nadine Schaub drehte für einen Beitrag für den WDR und hat unser Kochevent von Anfang bis Dessert mit der Kamera begleitet. Wir sind schon sehr gespannt auf den Beitrag und werden euch ganz sicher darauf aufmerksam machen, sobald er gesendet wird.

Thank you for the music

Wie immer bei unseren öffentlichen Events gabs auch was auf die Ohren – Elias Tabet, professioneller Gitarrist aus Damaskus hatte seine Gitarre mitgebracht, zusammen mit Thomas Paßers von den Schwalmtalzupfern, dem größten Gitarrenorchester Europas untermalte er unseren Event mit seiner Musik.

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Aber jetzt zum eigentlichen Thema.

Das Menü

Menukarte

Und zum Dessert gab’s Harisa, das wird hier gerade zubereitet:

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ÜberdenTellerrandkochen-Insider stutzen jetzt an dieser Stelle vielleicht. Die beiden auf dem Foto sind nämlich Elias Frau Mirna und  – ja richtig – wir hatten hohen Besuch – Esther von ÜberdenTellerrand Berlin.

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Wir hoffen alle, dass es ihr bei uns gefallen hat. Esther, alle anderen Berliner und auch alle anderen ÜdTk-Satelliten – ihr seid uns immer willkommen!

Es war ein schöner Tag, an dessen Ende eine entspannte und fröhliche Gruppe einmal mehr dachte: Wir brauchen ein syrisches Restaurant in unserer Gemeinde.

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Und hier sind wie immer noch weitere Bilder, die an diesem Tag entstanden sind:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Über den Tellerrand kochen: Syrien

Am 21.05. hatten Marcel und Kerstin Kessels aus Waldniel zu einem ÜberdenTellerrandkochen in ihr Haus eingeladen. Chefkoch war Ahmad Zachary Mustafa aus Damaskus, der seine Freunde Razan Al Khaldie und Hazem Hadidi mitgebracht hatte. Außerdem dabei ein weiteres syrisches Ehepaar – Amwar Tamin und seine Frau Shiraz. Die beiden waren extra aus Hardt gekommen – ÜberdenTellerrand Schwalmtal ist mittlerweile über unsere Ortsgrenze hinaus bekannt und begehrt. 🙂

Wir hatten traumhaftes Wetter, so dass wir die ganze Zeit draußen sitzen und essen konnten.

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Aber bis es soweit war, dass wir vor einem reich gedeckten Tisch mit allerlei syrischen Köstlichkeiten sitzen konnten, hatten wir erst noch einiges vorzubereiten. Fatush, Mutabal, Mariya und Kousa bi Laban sollte es geben. Dazu leckerer auf syrische Art zubereiteter Reis.

Zur Vorbereitung traf man sich dann doch im Haus – in der Küche werkelten die syrischen Männer.

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Alle anderen wurden von Chef Zachary mit den verschiedensten Vorbereitungen beschäftigt. Das erinnerte zuweilen jedoch eher an eine Bastelwerkstatt als an ein Kochevent.

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Vor allem das Aushöhlen der Zuccini für Kousa bi Laban (=mit Lammhack gefüllte Zucchini in gekochtem Joghurt) ohne geeignetes Werkzeug stellte die ÜdTk’ler vor eine Herausforderung. Aber einmal mehr bewahrheitete sich der Spruch: Not macht erfinderisch. Kreativ zweckentfremdete man Korkenzieher oder setzte sogar handfestes Werkzeug ein, dass von der letzten Renovierungsaktion im Haus der Gastgeber noch vorhanden war.

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Auf diese Weise wurden viele viele Zucchini ausgehöhlt – für jeden drei Stück! – und mit Lammhack gefüllt. Die frittierten Zucchinis wurden dann in einer Joghurtsauce gekocht und serviert. LECKER!

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Fatoush, ein gemischter Salat mit geröstetem Brot und Mutabal – eine Auberginencreme – entstanden ebenfalls in Gemeinschaftsarbeit und waren nicht nur lecker, sondern auch – wie viele Gerichte in der syrischen Küche – eine Augenweide. Ich bin sicher, dass unser Sprichwort: ‚Das Auge isst mit‘ syrischen oder arabischen Ursprung hat.

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Dazu gab es besonders gut schmeckend gewürzten Reis, den die Syrer gemeinsam mit Fadennudeln kochen. Das macht ihn besonders locker und gibt ihm eine interessante Färbung.

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Und wer jetzt schon denkt – meine Güte, das war aber viel, was dort serviert wurde, der war noch nie bei einem ÜberdenTellerrand-Event.  Denn es fehlt ja noch Mariya, was man auch ‚belegtes Brot“ nennen könnte, oder auch Sandwich, überbacken auf syrische Art. Mariya ist syrisches Brot, dünn gefüllt mit einer Lamm-Petersilie-Mischung, was dann im Ofen knusprig gebacken wird.

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Es schmeckt köstlich! Ich erzählte dem Koch ganz stolz, dass ich neulich auch Mariya gemacht hatte und zwar nach einem Rezept aus Fadis Kochbuch, das wir hier auch schon einmal vorgestellt haben.

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Und musste einmal mehr erfahren, wie klein die Welt doch ist. Zacharias Mustafa, studierter Touristikmarketingmanager (der übrigens gerne eine weitere Ausbildung im Hotelfach hier irgendwo zwischen Schwalmtal und Düsseldorf machen würde …) und Parttime-Koch in der Über den Tellerrand Community Schwalmtal kommt wie Chef Fadi Alauwad aus Damaskus und kennt ihn sogar persönlich.

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Wer dieses Kochbuch kauft, erhält nicht nur ein liebevoll gemachtes Buch mit lauter alltagstauglichen Rezepten aus Syrien, sondern tut auch gleichzeitig etwas Gutes. Denn der Erlös vom Verkauf dieses Buches geht vollständig an die Syrienhilfe e.V.

Nach etwa drei Stunden gemeinsamer Arbeit war unser Festmahl bereitet und der Tisch gedeckt.

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Wir aßen und schlemmten und redeten und lernten eine Menge voneinander. Da vor allem Zacharias nach nur sechs Monaten in Deutschland richtig gut Deutsch spricht, konnten wir uns auch schon richtig angeregt unterhalten. Wir erfuhren viel vom Leben in Damaskus, wir lernten einiges über die Motive der Gläubigen beim Ramadan und dass viele in Damaskus Bayern München Fans sind.

Am nachhaltigsten aber war wieder einmal das Gefühl zu erleben, dass Liebe durch den Magen geht und dass in einem guten Essen nach einem Rezept von der Oma ein Stück Heimat steckt. Zachary schreibt über sich selbst an anderer Stelle:

„My House has been Destroyed by a War,The Sea throw Me away,But my Soul still sleeping there. Syria.“

Lieber Zachary, das konnte man sehen, schmecken und spüren. Danke!

Danke auch an alle, die dabei waren. Und danke vor allem an Kerstin und Marcel Kessels für die bereits zweite Einladung zum ÜberdenTellerrandkochen in ihrem Haus.

 

 

Über den Tellerrand: Syrien

Hier kommt ein Bericht zu einem Event, das schon eine Weile zurückliegt. Vielen Dank für diesen Bericht an den Gastgeber Uli Backes. Wobei – eigentlich war er kein Gastgeber, sondern ein Beschenkter. Denn seine Frau Silke hatte ihm ein Über den Tellerrand Event zu Weihnachten geschenkt. Wir finden, das ist eine ganz großartige Geschenkidee, die am 13.2. dann zu einem schönen Tag und Abend wurde.

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Ich finde, wir hatten einen sehr kurzweiligen und gelungen Samstag. Am Samstagmorgen war ich mit meiner Tochter Pauline und Yaman und Saeed zuerst einkaufen. Es lief eigentlich genauso, wie man es uns im Vorfeld bereits angekündigt hatte. Saeed hat insbesondere Petersilie und Zitronen genauestens sortiert. Ich habe versucht, mir die Kriterien erklären zu lassen, aber ich glaube, das verstehe ich nie.

Erstaunlicherweise gab es trotz der vielen Reissorten im türkischen Supermarkt nicht den richtigen Reis. Den gab es dann beim türkischen Einkaufsladen auf der Hindenburgstraße und um die richtigen Cashewkerne zu bekommen, sind wir dann noch zu Real gefahren. Anschließend haben wir alles zu uns gebracht, ausgeladen und uns für 17 Uhr verabredet.

Saeed, Yaman und Abdullah – alle drei aus Syrien – waren pünktlich wie die Maurer. Ich glaube, die nehmen die Pünktlichkeit noch ernster als wir es tun.

In der Küche und im Esszimmer breitete sich dann recht schnell ein kreatives Chaos aus. Zwischendurch mussten wir noch schnell in der Nachbarschaft ein Kräutermesser besorgen und unsere Freundin Birgit musste auf dem Fahrrad noch einen großen Topf mitbringen. Wir waren in Bezug auf große Töpfe und Schüsseln ausgebucht.

Saeed hat souverän den Überblick behalten und Yaman und sein Bruder Abdullah wussten im Großen und im Ganzen eigentlich was zu tun war. So gegen 20:30 Uhr waren wir dann soweit und haben es uns mit Tabouleh, Kabseh, Humus und Moutabal richtig gut gehen lassen.

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Die Kommunikation hat auch viel besser geklappt als erwartet. Ein Highlight war das gegenseitige Aufsagen von arabischen und deutschen Zungenbrechern. Zum Abschluss haben wir dann noch ein kleines Kickerturnier veranstaltet. Also, ein gelungener Abend!

Ich hatte den Eindruck, auch Saeed, Yaman und Abdullah hat es gefallen. Mal sehen, was wir in der Zukunft daraus noch machen können.

 

(Über den Tellerrand) Kochen ist wie zaubern!

Ein Beitrag von Über den Tellerrand-Gastgeberin Anne Passers.

10 Erwachsene und 3 Kleinkinder – das war meine Info an Elias. 🙂 Und dann ging es los: Am 27.2.2016 sind wir Mittags zu viert zum legendären DEPO nach Mönchengladbach gefahren.

IMG_5957Unser Koch Elias hatte eine Liste (und ich KEINEN PLAN, was wir kochen werden) und wir haben dort alles gefunden – nur das Olivenöl wurde als nicht passabel eingestuft, so dass wir dafür noch gezielt eine Aldi Filiale aufsuchten.

Nachdem der Kofferraum SO VOLL war, hatte ich schon beschlossen, dass wir spontan weitere Menschen zum Mitessen einladen sollten.

IMG_5977 Von 16:00 – 19:00 Uhr wurden verschiedenste Dinge parallel zubereitet. Es bestätigte sich erneut, wie detailreich, aufwändig und ansprechend jede Köstlichkeit in der syrischen Küche zubereitet und dekoriert wird. Es gab Tabouleh, Fatoush, Mutabal, Zahra mit Tahin Soße, syrischen Kartoffelsalat (mega lecker und ganz anders als wir das kennen!), Auberginen Salat, Hühnchen in leckerer Marinade und Ouzie, also Reis mit Rinderhack und Erbsen in Blätterteig. Es war so viel, dass ich an dem Abend noch nicht einmal alles probieren konnte. 🙂

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Da sich im Laufe des Nachmittags schon herausstellte, dass wir eigentlich „ganz Schwalmtal“ einladen könnten, vergrößerte sich die Runde ganz automatisch. Meine Mutter Liesel hatte Besuch von Marlene und Konrad. Die beiden waren spontan, kochten mit und waren sofort begeistert aktiv im „Gemüse schnippeln“ und kommunizieren. 🙂
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Kristin und Stefan kamen – wie im Vorfeld geplant – mit ihren beiden Kindern Michel und Henri und unser Sohn Jonas hatte somit sofort Spielgefährten gefunden. Elias, unser Profi-Koch aus Damaskus, seine Frau Mirna und Saeed haben den Überblick beim Kochen behalten und alles soverän angeleitet. Mirnas Bruder Houssam und Ihr Cousin Elias begleiteten den Nachmittag und Abend mit exzellenter Gitarrenmusik. Elias hat in Syrien 3 Jahre klassische Gitarre studiert und das hört man! Zum Glück war auch Aga spontan und kam vorbei, bzw. sammelte noch Yaman ein. Damit waren wir 14 Erwachsene und 3 Kleinkinder und ich musste mit meinem „maximal 10 Personen-Plan“ erneut schmunzeln.
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Fazit: Ich mag diese spontan größer werdenden Runden zu gern. 🙂  Die Freunde meiner Mutter hatten auch schon sämtliche Ideen für Elias berufliches Standbein – sobald all der „paperstuff“ erledigt ist und er hier auch arbeiten darf. Dieses Miteinander Kochen und der Genuss einer anderen kulinarischen Welt ist so eine Bereicherung!

Es muss ja nicht immer so groß ausfallen (die Küche meiner Mutter erlaubt dieses zum Glück). Und jenseits vom Kochen ergaben sich Gespräche und der Genuss sowohl klassischer als auch moderner Musik, und es stellte sich die Frage: Wer traut sich „HELLO“ von Adele zu singen? Da keiner von uns Ihre Stimmlage hat (schade auch…), haben wir andere Lieder gemeinsam gesungen. Meine Mutter hat dann spontan einige Tage später Elias und Houssam in die Viersener Festhalle eingeladen. Dort fand ein Theater-Chanson mit klassischer Musik statt. Wie wundervoll, wenn sich aus einem Abend weitere Dinge ergeben …

DANKE AN ALLE, DIE MITGEMACHT HABEN!

Zum zweiten Mal bei Königs Küchen über den Tellerrand gekocht

logotellerrandblog12.3.2016, 15 Uhr – im normalerweise um diese Zeit verwaisten Küchenstudio von Königs Küchen in KuechenKoenigsNiederkrüchten zeugte geschäftiges Treiben am Nachmittag davon, dass die Über den Tellerrand Community Schwalmtal mal wieder zu Gast sein durfte. Geflüchtete und Beheimatete kamen zusammen, um gemeinsam ein syrisches Dinner zu kochen und einige schöne Stunden zusammen zu verbringen.

Nachdem das erste öffentliche ÜberdenTellerrandKochen bei Königs Küchen im Dezember 2015 vom BAMF gefördert worden war, mussten wir dieses Event nun gemeinsam mit den beheimateten Gästen selbst finanzieren. Um so dankbarer waren und sind wir vom ÜdTK-Kochprojekt des  Asylkreises Schwalmtal, dass die beiden Geschäfte, bei denen wir mit unserem syrischen Chefkoch einkauften, spontan bereit waren, uns finanziell entgegen zu kommen. Deshalb zu Beginn unseres Berichtes zunächst ein großes Dankeschön an  den Supermarkt Depo in der Sittardstr. 44 – 50 in Mönchengladbach. In diesem sehr gut sortierten türkischen Lebensmittelmarkt hat uns die Chefin, Frau Ceyda Oberzig sehr nett beraten, uns mit großen Kartons für unseren großen Einkauf ausgeholfen und uns finanziell unterstützt.

Danke auch an den Esma Lebensmittelmarkt auf der Hindenburgstraße 165 in Mönchengladbach, wo uns Geschäftsführer Baris Öztürk nicht nur preislich sehr entgegen kam, sondern uns darüber hinaus auch noch eine große Ladung Ayran mitgegeben hat, die Mohammad, Alaa und Sipan aus unserem Team in Waldniel an andere Geflüchtete verteilt haben.

Nicht genug danken können wir natürlich auch Dorothee Königs von Königs Küchen. Nicht nur dafür, dass sie uns ihre Räumlichkeiten und ihr Inventar kostenfrei zur Verfügung stellt, sondern auch dafür, dass sie uns auch sonst unterstützt, wo sie nur kann. Ganz herzlichen Dank!

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(c) Biggi Mestmäcker – mehralstext.de

Und noch ein  wirklich großes Dankeschön an die Fotografin Karin Poltoraczyk aus Brüggen. Sie hat an unserem Event teilgenommen,  es mit der Kamera begleitet und erlaubt uns die kostenfreie Nutzung ihrer Bilder.

Und diese Bilder zeigen zum Beispiel wunderbar, mit wieviel Liebe und Aufwand bei einem syrischen Dinner ein Tabouleh entsteht, ein legendärer Petersiliensalat mit Bulgur.

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(c) Karin Poltoraczyk – czyk-foto

Was es sonst noch zu essen gab? Davon erzählen Bilder, die die Lust wecken, beim nächsten Mal unbedingt dabei zu sein.

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(c) Karin Poltoraczyk – czyk-foto
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(c) Karin Poltoraczyk – czyk-foto
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(c) Karin Poltoraczyk – czyk-foto
(c) Karin Poltoraczyk – czyk-foto
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(c) Karin Poltoraczyk – czyk-foto

Aber – neben allen Köstlichkeiten, die so ein Über den Tellerrand Event bietet – das Beste an so einem gemeinsamen Tag sind die Menschen und der Spaß, den man miteinander hat.

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(c) Karin Poltoraczyk – czyk-foto

Unter der Leitung von  Über den Tellerrand Chefkoch Mohammad Al Mahamid und seiner Tochter Alaa waren wieder vielel Menschen mit Freude und großem Spaß bei der Sache.

(c) Karin Poltoraczyk - czyk-foto
(c) Karin Poltoraczyk – czyk-foto
(c) Karin Poltoraczyk - czyk-foto
(c) Karin Poltoraczyk – czyk-foto

Und natürlich gab’s auch wieder Musik. Dieses Mal hatte der Musiker Elias Tabet für uns seine Gitarre mitgebracht und er wurde zwischendurch von Dieter Karis sogar auf dem Klavier begleitet. 😉

(c) Karin Poltoraczyk - czyk-foto
(c) Karin Poltoraczyk – czyk-foto
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(c) Biggi Mestmäcker – mehralstext.de

Es war ein gelungenes Event mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten aus der syrischen Küche, mit vielen neuen und netten Begegnungen. Das Schönste aus der Sicht des Über den Tellerrand-Teams: Der Abend war  noch nicht zu Ende, da waren bereits die nächsten Verabredungen zu privaten ÜdTK-Events getroffen worden.

Integration? Läuft bei  uns in Schwalmtal.  🙂

Über den Tellerrand kochen: Syrien

Mittlerweile ist unser Kochprojekt vom Asylkreis Schwalmtal in vollem Gange, es wurde bereits weitere Male gekocht und die nächsten Termine sind auch schon wieder geplant. Monika Schmitz-Dahmen schickte mir einen kleinen Bericht vom Kochabend in ihrem Haus am 18.9. in Waldniel. „Chefkoch“ war an diesem Tag Ammar Assaf aus Syrien, unterstützt wurde er von Saheed Al Hanoun, ebenfalls aus Syrien. Und hier ist Monikas Bericht: Über den Tellerrand kochen: Syrien weiterlesen