Alle Beiträge von Biggi Mestmäcker

Herr Ahlo näht

Vor einigen Tagen bekamen wir eine Nachricht von Mohammad Ahlo.  Herr Ahlo ist kurdischer Flüchtling aus Syrien und lebt mit seiner Familie in Waldniel.  Früher in Syrien hat er als Schneider gearbeitet. Aus diesem Grund hatte er uns schon vor zwei Jahren nach seiner Ankunft in Waldniel nach einer Nähmaschine gefragt. Damals hatten wir ihm eine ganz alte Maschine besorgen können – eine, die noch ohne Strom funktioniert, man muss treten. Ihm war das recht, er fand die Maschine ok und nahm sie gerne an.

Jetzt – am vergangenen Mittwoch, um genau zu sein – meldete er sich wieder – ob wir ihm eine elektrische Maschine besorgen könnten, er wolle gerne helfen und Gesichtsmasken nähen. 

Was für eine gute Idee! Flugs die Suche nach einer elektrischen Nähmaschine in den Asylkreis-Verteiler geschickt und es dauerte nicht lange, bis die Maschine für Herrn Ahlo gefunden war.  Eine ältere, elektrische Nähmaschine, ca. 50 Jahre alt, aber voll funktionstüchtig.

Gleichzeitig wurde Stoff, Bettlaken, etc.Garn,Gummiband gesammelt und gespendet und organisiert und zu Herrn Ahlo nach Hause gebracht. Und Herr Ahlo nähte los. Der erste Schwung wurde bereits abgeholt und ist schon im Einsatz. Herr Ahlo ist hochmotiviert und will weiter nähen so lange Gesichtsmasken gebraucht werden.

    

 

Corona: Die wichtigsten Infos

Corona hat uns alle fest im Griff – für den Asylkreis bedeutet dies:

1. Der wöchentliche Jour fixe am Donnerstag um 19.00 Uhr in der Naafi, Dülkener Straße fällt bis auf weiteres aus. Wir informieren, wenn es dort weiter geht. Sollten Interessenten oder Interessentinnen aufgrund unserer Werbung in der letzten Zeit zu uns stoßen wollen und sich für unsere Arbeit näher interessieren, bitten wir, zunächst einfach mal anzurufen (0151 726 17356) oder eine Mail zu schreiben an bm@asylkreis-schwalmtal.de 

2. Schon geplante Veranstaltungen fallen aus und werden auf noch unbekannte Zeit verschoben, wie z.B. die Informationsveranstaltung für die Frauen in der Fahrschule.

3. Empfehlung: Der Besuchsdienst sollte weitestgehend eingestellt werden. Das Allerwichtigste ist im Moment, dass wir alle unsere sozialen Kontakte reduzieren. Dazu  gehören nun mal auch Kontakte zu den Geflüchteten. Wir raten nicht, die Hilfe einzustellen, aber denkt über alternative Möglichkeiten nach: Auch hier können Telefon und Internet für eine Weile mal Ersatz sein. Sollte im ein oder anderen Fall doch ein persönlicher Kontakt nötig sein, dann beachtet unbedingt die allgemein bekannten Regeln. Haltet ausreichende Abstand, vermeidet jede Art von Körperkontakt und denkt stets an die wichtigste Hygieneregel überhaupt: Hände waschen und nicht ins Gesicht fassen!

4. Infos in mehreren Sprachen für die Geflüchteten gibt es hier zum Download: https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Informationsmaterial-zum-Download.html

Und hier auch: https://www.infektionsschutz.de/mediathek/infografiken.html (bisschen versteckt unter Alternative Sprachen)

5. Täglich aktualisiert wird der Sammellink der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration mit Infotexten, mehrsprachigen Materialien, Übersetzungen der Ansprache der Bundeskanzlerin, Querverweisen zu RKI, BAMF, BzgA:

https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/amt-und-person/informationen-zum-coronavirus

6. Eine gute Quelle auch für die u.a. im Iran, Afghanistan oder Pakistan gesprochenen Sprachen Pashto und Farsi ist „Handbook Germany“: https://handbookgermany.de/de.html

7. Basis- und Verhaltensinformation sinnvoll auf einem Blatt. Und sogar in der für Menschen aus Eritrea wichtigen Sprache Tigrinya stellt die Johanniter Unfallhilfe zur Verfügung:

https://www.johanniter.de/die-johanniter/johanniter-unfall-hilfe/aktuelles/nachrichten/2020/basisinfos-zu-corona-in-verschiedenen-sprachen/rss/0/

8. 15 Sprachen, mit E-Book-Funktionalität und PDF-Abruf eines Handzettels. So lautet das Angebot des Ethnomedizinischen Zentrums Hannover:

http://corona-ethnomed.sprachwahl.info-data.info

Kommt alle gut durch diese Zeit, seit achtsam mit euch und euren Mitmenschen, passt aufeinander auf und bleibt gesund.

Corona – Hinweise in vielen Sprachen

Wir möchten auf Info-Grafiken zum Thema Infektionsschutz in verschiedenen Sprachen hinweisen. Es gibt Textversionen, Piktogramme und vieles mehr. Hier kann man sie in verschiedenen Sprachen herunterladen:

https://www.infektionsschutz.de/mediathek/infografiken.html

Klickt auf das Pluszeichen bei Alternative Sprachen.

Und auch hier gibt es hilfreiche Hinweise in mehreren Sprachen:

https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Informationsmaterial-zum-Download.html

Hier bietet der Kreis Viersen seine Corona-Hinweise in 10(!) verschiedenen Sprachen. Bitte auf der Seite ganz nach unten scrollen: 

https://www.kreis-viersen.de/de/inhalt-53/neues-corona-virus-covid-19-6669946/

Infos zur Kontaktsperre

Deutsch

Englisch

Arabisch

Französisch

Kurdisch

Rumänisch

Bulgarisch

WIR Schwalmtaler*innen: Werner Lüders

©Susanne Neuls

Die kleine Vorstellungsreihe auf Leben-in-Schwalmtal.de geht weiter. Dieses Mal hat Werner Lüders – der Fotograf im Ausstellungsteam – ein bisschen von sich erzählt und ein paar Fragen beantwortet. Klickt doch mal rein: https://leben-in-schwalmtal.de/2020/02/26/wir-schwalmtalerinnen-werner-lueders/

Leider hat Facebook die URL leben-in-schwalmtal.de schon seit Monaten gesperrt, deshalb gehen wir diesen kleinen Umweg, um Werners Vorstellung auf Facebook posten zu können. Wäre doch zu schade, wenn das niemand mitbekäme.

Alle Beiträge aus dem Making of zur Ausstellung Schwalmtaler*innen findet man übrigens hier.

 

Geschlossen gegen Rassismus und Hass!

Die Bluttat von Hanau sorgt bundesweit für Entsetzen.  Auch wir Schwalmtaler*innen sind traurig, betroffen und zornig. Wir sind uns alle einig – überparteilich und überkonfessionell – rechtsextremen Hass lassen wir nicht zu. Wir treten ihm geschlossen entgegen.

Wir möchten der unschuldigen Opfer gedenken und gleichzeitig deutlich machen: Niemals wieder dürfen Menschen aus unserer Mitte wegen ihres Geschlechts, ihrer Abstammung, ihrer Rasse, ihrer Sprache, ihrer Heimat und Herkunft, ihres Glaubens, ihrer religiösen oder politischen Anschauung, ihrer körperlichen Einschränkung oder Behinderung diskriminiert, bedroht, verfolgt oder gar angegriffen und sogar getötet werden.

Denjenigen, die das nicht so sehen, gewähren wir in unserer Mitte keinen Platz und werden ihnen überall entgegentreten.

Kommt am Freitag, den 21.02. um 18.00 Uhr auf den Markt in Waldniel. Vor der Kirche stellen wir Kerzen auf, halten einen Moment inne und werden alle gemeinsam ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern und unserer Entschlossenheit in der Ablehnung von Terror und Rechtsextremismus setzen. 

 

Asylkreis sucht dringend Verstärkung für den Besuchsdienst

Die Zahl der Geflüchteten in Schwalmtal ist seit 2015 deutlich zurückgegangen. Viele der Menschen, die damals zu uns kamen, leben nicht mehr in unserer Gemeinde. Manche sind zurück in ihre Heimat, andere haben Schwalmtal verlassen und sind umgezogen. Aber immer noch leben über 200 Personen in Schwalmtal, die entweder noch eine Wohnung, eine Arbeit oder auf jeden Fall Kontakt suchen. Selbst bei denen, die schon in die eigenen vier Wände ziehen und einen Job finden konnten, ist nach wie vor Betreuungsbedarf vorhanden. Integration ist nun mal nicht mit der Unterschrift unter Miet- und Arbeitsvertrag erfolgreich abgeschlossen. Integration ist ein Generationenprojekt und braucht einen langen Atem. Und zwar von uns allen.

Diesen langen Atem hatten leider nicht alle, die im Sommer 2015 entschieden, sich ehrenamtlich für Menschen zu engagieren, die ihre Heimat verlassen mussten.  Fast alle Helferinnen und Helfer haben sich mittlerweile ganz zurückgezogen oder ihr Engagement deutlich eingeschränkt. Die verbliebenen Ehrenamtlichen im Asylkreis Schwalmtal stellt das vor kaum lösbare Probleme. Nun müssten nur noch wenige all das machen, was vorher viele taten.

Aus diesem Grund – aber auch wegen veränderter Bedürfnisse der Asylsuchenden – hat der Asylkreis sein Angebot deutlich verkleinert und viele Projekte beendet oder zunächst auf Eis gelegt. Was aber nach wie vor so hilfreich wie nötig ist, ist der Besuchsdienst. Hierfür wünscht sich der Asylkreis Schwalmtal dringend Verstärkung.

Was heißt Besuchsdienst? Was wird da erwartet?

Der Asylkreis – ein Angebot der evangelischen Kirche Waldniel – arbeitet aufsuchend. D.h. Ehrenamtliche besuchen paarweise die Menschen in ihren Unterkünften, besprechen akute Probleme und Sorgen, helfen bei Formularen und Verträgen, geben organisatorische Tipps für den Alltag, für Schule, Kindergarten, Freizeit. Den eigenen Zeitaufwand kann man hier selbst steuern. In aller Regel finden die Besuche am späten Nachmittag oder frühen Abend statt. Die meisten Teams haben einen festen Besuchsdienst-Tag, an dem sie etwa 2 – 3 Stunden Zeit investieren.

Darüber hinaus treffen sich die Mitglieder des Asylkreises donnerstags um 19.00 Uhr zum Jour fixe – ein Termin, zu dem kommt, wer etwas auf dem Herzen oder zu berichten hat. Oder auch einfach nur, um die anderen mal wieder zu treffen und zu sprechen. Momentan findet dieser Jour fixe im NAAFI Gebäude in der Dülkener Straße 202, im Schulungsraum im zweiten Obergeschoss, links statt. Interessierte sind sehr herzlich willkommen. Wir alle freuen uns auf neue Gesichter! Gerne können Sie uns aber auch vorher kontaktieren. Wenden Sie sich bitte an: Ruth Goedeking, Telefon: 02163 32581, E-Mail: ruth-goedeking@t-online.de Weitere Infos über den Asylkreis: www.asylkreis-schwalmtal.de

Übungsleiter/-innen-C Ausbildung

Diese Informationen als PDF in ArabischEnglischFranzösischDeutsch

Aktuell informieren der Kreissportbund zusammen mit dem Kommunalen Integrationszentrum über eine Übungsleiter/-innen-C Ausbildung, Basismodul 30 LE für Menschen mit Migrationshintergrund. Herzlich willkommen sind ALLE, die zukünftig Trainer*innen-Aufgaben im Verein übernehmen oder einfach mal Trainerluft schnuppern möchten.
Gemeinsam mit sportbegeisterten Menschen lernt ihr die Grundlagen zur Vermittlung von Bewegung, Spiel und Sport kennen und viele sportliche Inhalte in Theorie & Praxis.

Wer kann mitmachen

  • Alle sportlich interessierten Vereinsmitarbeiter*innen
  • Menschen mit Migrationshintergrund ab 16 Jahren, die mindestens schon ein Jahr in Deutschland leben
  • Menschen mit ausreichendem Sprachkenntnissen (Sprachniveau B1 empfohlen)

Wann & Wo:

29./30. August & 05./06. September 2020 in Kempen (jeweils ca. 09:00 – 16:00 Uhr) Anmeldung unter: www.qualifizierung-im-sport.de oder hier beim Kreissportbund
Mehr Infos oder bei Finanzierungsfragen: Lisa.Naumann@kreis-viersen.de, Tel.: 02162 39-1731

 

Trommelworkshop: Begeisterte Teilnehmer*innen

Kultur verbindet – das behauptet der Titel der Reihe des Asylkreises mit der wir Menschen die Kultur anderer Nationen näherbringen und ihnen den Weg zueinander erleichtern wollen. Am Samstag den 16.11. fand die letzte Veranstaltung in dieser vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Reihe statt. Wir hatten Fatima die Trommlerin eingeladen einen Trommelworkshop für Interessierte zu veranstalten. Und Fatima kam. Und mit ihr nicht nur viele, viele Trommeln und Instrumente aus vielen Ländern der Welt, sondern gefühlt auch ihr gesamter Hausstand. Ein Tisch, ein großer Sonnenschirm, alles, was man für eine marokkanische Teepause braucht, Kleider, Schmuck und Utensilien aller Art – unglaublich, dass das alles in ihren kleinen Kastenwagen passte.

Dass es ein fröhlicher und entspannter Nachmittag werden würde, war uns schon beim Vorbereiten des Raumes klar. Mit Fatima ist einfach immer gute Laune mitgebucht. Und so hatten auch die Teilnehmer*innen von der ersten Minute an Spaß am Trommeln und auch am Zuhören der vielen Geschichten, die Fatima erzählte. Geschichten von ihren Anfängen in Deutschland vor mehr als 25 Jahren, von ihren Erlebnissen in Marokko damals und heute, Geschichte von kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Ihr Appell: Bleibt neugierig aufeinander, stellt Fragen, redet.

Aiyo und Dominique, deren Mutter sich angemeldet hatte, aber wegen Krankheit nicht dabei sein konnte (leider mussten einige wegen Krankheit absagen). Da sich die beiden aber sehr gefreut hatten, dass ihre Mama sie mitnehmen wollte, haben wir sie abgeholt, damit sie trotzdem dabei sein konnten. An dieser Stelle ein ganz besonderes Dankeschön an Fatima, die die beiden 6 und 7 Jahre alten Geschwister immer wieder einbezogen hat und so half, dass es den Kindern zwischen den Erwachsenen nicht langweilig wurde. Im Gegenteil, sie waren wie die Großen den ganzen Nachmittag mit Freude und Spaß dabei.

Fatima und ihr Assistent laden zur Teepause. 

Fatima war unlängst erst in ihrer Heimat in Marokko und servierte den Tee hier mit frischer marokkanischer Minze. Ebenso hatte sie köstliche, direkt aus Marokko importierte Datteln für alle mitgebracht. 

Kleine Pausen gab es mehrere und die hatten die Teilnehmer*innen auch wirklich nötig. Denn Trommeln kann anstrengend sein. Eine Frau sagte: „Es ist so anstrengend, wie man es für sich macht.“ Da sich aber alle von Fatimas Temperament anstecken ließen, waren auch alle immer wieder froh, über die kurzen Pausen.

Wer nun denkt, alle hätten die ganze Zeit im Stuhlkreis vor ihren Trommeln gesessen, der irrt. Denn Fatima hatte die unterschiedlichsten Instrumente dabei und alle konnten alles ausprobieren. 

Am Ende der Veranstaltung gab es noch eine Art „Krönungszeremonie“. Proudly present die Majestäten Aiyo und Dominique – ihres Zeichens Königin und König von Marokko. Quasi majesties for a moment. 🙂

Vielen Dank Fatima! Merci beaucoup! Shukraan jazilaan,  .شكرا جزيلا

Unser Dank geht natürlich auch an alle Teilnehmer*innen des Workshops. Es war klasse, euch allen zuzusehen und zuzuhören.

Möglich wurde diese Veranstaltung in unserer Reihe „Kultur verbindet“ durch eine Förderung im Rahmen des Programms „Demokratie leben“.